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Kieferschmerzen
(chronische Kieferschmerzen)

Linksseitige Unter kieferschmerzen deuten (relativ sicher) auf eine Affektion (= Störung / Erkrankung) des Herzens hin, es handelt sich dabei um einen sog. Übertragungsschmerz. Wenn keine andere, eindeutige Schmerzursache gefunden wird, sollte unbedingt eine kardiologische Untersuchung erfolgen.

Ober kieferschmerzen gehen häufig von der Kieferhöh le aus, hauptsächlich entzündungsbedingt. Mehr über diese Erkrankung erfahren Sie hier: http://www.kieferhoehlenentzuendung.de

Nicht selten verbleiben hartnäckige Kieferschmerzen nach einer Zahn- oder Gebißbehandlung (z.B. prothetische Versorgung)und geben so Anlaß, einen Schmerztherapeuten aufzusuchen. Manchmal sind die Schmerzen auf eine vorangegangen Betäubungsspritze zurückzuführen. In der Zahnmedizin ist es üblich, dem Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) einen Vasokonstriktor (= Mittel zur Verengung von Blutgefäßen) beizumischen. Manche Patienten reagieren darauf sehr empfindlich, so daß die gefäßverengende Wirkung überschießt und der beteiligte Nerv über das Blut nicht genügend Sauerstoff erhält, was zu einem bleibenden Schmerz führen kann.

Außerhalb der üblichen Analgetika ist bei lancierendem (= einschießendem) oder gar paroxysmalem (= anfallsartigen) Schmerzcharakter ((z.B. bei einer Neuralgie des N. alveolaris inferior/superior (= Ner ven von Ober- und Un terkiefer)) die Verordnung eines Antikonvulsivums (= ein Mittel gegen die Fallsucht, aber auch bei einem anfallsartigen Schmerz wirksam) angezeigt. Als erste Wahl gelten heute Gabapentin oder Pregabalin, als 2. Wahl Carbamazepin. Die Kombination mit Baclofen hilft Gabapentin bzw. Pregabalin oder Carbamazepin einzusparen.

Sehr hilfreich ist aber bei Kieferschmerzen auch die wiederholte therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) (nicht nur bei lancierenden oder paroxysmalen sondern auch bei Dauerschmerzen) in Form von wiederholten Nervenblockaden der Nerven maxillaris (= übergeordneter Nerv des Oberkiefers) oder mandibularis (= übergeordneter Nerv des Unterkiefers) durch die Incisura mandibulae (= ein Einschnitt am Unterkieferknochen, kiefergelenksnahe) hindurch, mit jeweils ca. 2-3 ml Bupivacain 0,5%. In hartnäckigen Fälle werden diese Blockaden mit einem lang wirkenden (bis zu 6 Stunden anhaltenden) örtlichen Betäubungsmittel 2-3 mal täglich durchgeführt, was aber i.d.R. nur stationär realisierbar ist.

In hartnäckigen Fällen sind bei chronische n Kieferschmerzen wiederholte Blockaden des Ganglion cervicale superius* (nur für den Oberkiefer) oder Ganglion stellatum (= eine Schaltstellen des unwillkürlichen Nervensystems im Rachen bzw. seitlichen Halsbereich) zu empfehlen.

* Die Blockade des Ganglion cervicale superius erfolgt als GLOA (= Blockade mit einem Opium-ähnlichen Wirkstoff), der Nachteil gegenüber der Verwendung eines Lokalanästhetikums (= örtliches Betäubungsmittel) ist aber, daß die Wirkung auch bei wiederholter Anwendung kaum anhaltend ist, da die sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Komponente nur gering oder gar nicht ausgeprägt ist.

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Aktualisiert: >19.11.2008</>
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