KARPALTUNNEL-SYNDROM

Der sog. Canalis carpi (Handwurzelkanal) wird vom von Handwurzelknochen und dem Retinaculum flexorum (= ein Halteband für die Seh n en) gebildet. Er enthält die Seh nen der Fingerbeuger und den Nervus medianus.

Beim Karpaltunnel-Syndrom handelt es sich um ein Kompressionss yndrom (= Krankheitszeichen bei zu starker Einengung) des Nervus medianus in diesem Kanal infolge einer mechanischen Reizung.

Beim Karpaltunnel-Syndrom klagen die Patienten über Bren nschmerzen in der (mittleren) Ha nd und des angrenzenden Unterarmes, vor allem bei Dorsalflexion (= Überstreckung der Han d). Der Schmerz kann bis zur Schu lter ausstrahlen. 
Je nach Ausmaß der Störung treten Hyp- und Parästhesien
(= herabgesetzte Empfindung und Mißempfindungen), Kältegefühl und Hyperhidrose (= übermäßige Schweißbildung), später auch Atrophie (= Gewebsschwund) der Daumenballenmuskulatur (Abduktor-Opponens-Atrophie) hinzu.
Der brennende Schmerzcharakter gibt manchmal Anlaß zur Verwechslung mit einer Kausalg ie.

Ein Karpaltunnel-Syndrom kann durch hormonale Faktoren begünstigt werden:

  1. Klimakterium (= Wechseljahre)

  2. Gravidität (= Schwangerschaft)

  3. Hypophysen- (= Hirnanhangdrüse) und 

  4. Schilddrüsenerkrankungen 

Die Beteiligung der genannten Faktoren läßt vermuten, daß an der Ausbildung des Karpaltunnel-Syndrom s das sympathische Nervensystem wesentlich beteiligt ist. Dies deckt sich mit unserer Erfahrung, daß wiederholte Plexus brachial is-Blockaden (siehe unten) sehr viel bessere Resultate als selektive Medianus-Blockaden aufweisen. Die selektive Blockade des Nervus medianus eignet sich zur Diagnostik.

Häufige Ursachen für ein Karpaltunnel-Syndrom

In die differentialdiagnostischen Erwägungen (= was außer einem Karpaltunnel-Syndrom sonst noch an Krankheiten infrage kommt) müssen die Dupuytren-Kontraktur (= Zwangsbeugung der Finger infolge Hüllgewebsschrumpfung) und das Pseudo-Karpaltunnel-Syndrom, bei dem die Seh n e des Muskels flexor digitorum den Nerv komprimiert, mit einbezogen werden.

Therapie beim Karpaltunnel-Syndrom:

Nicht wenige Patienten kommen zum Schmerztherapeut oder in die Schmerzklinik, weil trotz Karpaltunnel-Syndrom -Operation weiterhin ein starker Schmerz besteht. Es hat sich gezeigt, daß auch in dieser Situation die kontinuierlichen Blockade des Plexus brachialis in vielen Fällen sehr hilfreich ist. Dieser Aspekt wirft doch die Frage auf, warum diese Behandlung nicht schon vor der Operation erfolgte ??

Methodenbeschreibung
Therapeutische Lokalanästhesie (= Betäubung bzw. Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel)
kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis mit Katheter

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil dieser Behandlungsmethode ist, daß neben der erwünschten Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung), sozusagen als Nebeneffekt, auch vegetative Nervenfasern (= unwillkürliches Nervensystem) mit einbezogen sind, dies gilt insbesondere für den Plexus brachialis (= großes Armnervengeflecht). Die daraus resultierende sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkung führt zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jeder entzündlichen (z.B. Seh nenscheidenentzündung) oder degenerativen Schmerzursache schon fast kausal (= ursächlich) entgegenwirkt. 
Auch bei Verwachsungen (z.B. nach Operationen) ist die sympathikolytische Nebenwirkung hilfreich, indem die entstandenen, bradytrophen
(= mit herabgesetztem, verminderten Stoffwechsel einhergehende) Gewebsbereiche besser durchblutet werden und es dadurch zu einer Optimierung der gestörten Mikrozirkulation kommt.

Bei der kontinuierlichen Blockade des Plexus brachial is (= Armnervengeflecht) mit Katheter wird im Bereich der Innenseite des Oberarmes, nahe der Achselhöhle in örtlicher Betäubung der Armnerv mit einer Kanüle aufgesucht. Dann wird durch diese Kanüle hindurch ein dünner Kunststoffschlauch in die Nervenscheide (den Nerv umhüllendes Gewebe) eingeführt und nach oben, zur Schu lter hin, vorgeschoben. In den nächsten 2-3 Wochen wird der Kunststoffschlauch mehrmals täglich (bei Bedarf auch nachts) mit einem örtlichen Betäubungsmittel aufgefüllt. Die Konzentration des Wirkstoffes wird so gewählt, daß die aktive Beweglichkeit erhalten bleibt, die Schmerzempfindlichkeit jedoch deutlich herabgesetzt oder aufgehoben ist. Im Stadium der deutlichen Schmerzlinderung oder Schmerzfreiheit kann dann intensiv und vor allem sinnvoll krankengymnastisch behandelt werden.
Nach neueren Erkenntnissen kann diese intensive Blockadetherapie das sog. Schmerzgedächtnis löschen, auch beim schmerzhaften Karpaltunnel-Syndrom.

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C
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